Sumpfzypresse ziert Senftenberger Schlosspark

Pflanzung der Sumpfzypresse im Schlosspark. Foto: Stadt Senftenberg

Für Hans-Peter Rößiger, den Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege, ist sie „die fossile Substanz unserer Braunkohle“. Seit Wochenanfang ziert sie nun den Senftenberger Schlosspark: Noch ist die neue Sumpfzypresse etwas klein und zierlich, in einigen Jahren wird sie aber die komplette Größe von circa 25 Metern erreicht haben. 

Angeregt und in die Wege geleitet hatte die Neupflanzung der Verein für Heimatpflege. Finanzielle Unterstützung gab es von der Stadt Senftenberg.

Für Hans-Peter Rößiger ist die Geschichte Senftenbergs auf das Engste mit diesem Baum verbunden. Dazu muss man allerdings weit zurück gehen: Im Erdzeitalter Tertiär vor rund 65 Millionen Jahren war das Klima wärmer und die Sumpfzypresse ein typischer Baum. Einmal abgestorben, wurden sie zum fossilen Bestandteil der Rohbraunkohle. So trug diese Baumart zur Entstehung der Lausitzer Rohbraunkohle und letztlich zur Senftenberger Tagebaugeschichte bei. Bis zu der Zeit vor rund zwei Millionen Jahren bildete sie die Braunkohleschicht.

Heute fühlt sich die Sumpfzypresse eher in Florida wohl. Die in Senftenberg gepflanzte Art gilt indes als so weit abgehärtet, dass sie gute Chancen hat, sich im Schlosspark prächtig zu entwickeln.

Der Baum hatte übrigens in den 1920er Jahren einen Vorgänger. Den traf allerdings der Blitz, wie Hans-Peter Rößiger recherchierte. Es gab damals noch eine Umpflanzung, der aber kein Erfolg mehr vergönnt war, denn der Baum entwickelte sich nicht.

Die Neupflanzung des lebendigen Fossils unterstützte die Stadt Senftenberg mit 500 Euro. Bürgermeister Andreas Fredrich betont: „Ich freue mich über diesen schönen Bezug zur Senftenberger Braunkohlegeschichte und wünsche dem Baum ein langes Leben. Dem Verein für Heimatpflege danke ich für diese schöne Idee.“

Da der Schlosspark denkmalgeschützt ist, war die Pflanzung mit dem Denkmalschutz abzustimmen. Die denkmalrechtliche Erlaubnis lag vor. Bei der Standortwahl galt es unter anderem, Sichtachsen nicht zu beeinträchtigen, worauf ebenfalls geachtet wurde.

Nach der Pflanzung erfolgt nun die mehrjährige Nachbetreuung durch eine Fachfirma, welche auch die fachgerechte Pflanzung übernommen hatte.

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