Potsdam – Ernst von Bergmann wurde für die Teilnahme an der bundesweiten Lipödem Studie ausgewählt

Copyright | Fotohinweise: © KlinikumEvB 2021 Bildmotiv: Dr. med. Mojtaba Ghods

Klinik für Plastische Chirurgie der Klinikgruppe Ernst von Bergmann wurde für die Teilnahme an der bundesweiten Lipödem Studie ausgewählt

•             Start der bundesweiten LIPLEG Studie zum 08.02.2021

•             Klinikgruppe Ernst von Bergmann ist eines der insgesamt 14 teilnehmenden Zentren

•             Finanzierung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

•             450 Teilnehmerinnen in ganz Deutschland

Zum 08.02.2021 startete die bundesweite LIPLEG-Studie, an der sich deutschlandweit 14 Zentren beteiligen. Eines dieser Zentren ist die Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Mojtaba Ghods der Klinikgruppe Ernst von Bergmann. Ziel dieser Erprobungsstudie ist es, die konservativen Therapiemöglichkeiten des Lipödems (umgangssprachlich auch „Reiterhosensyndrom“ genannt) in den Vergleich mit operativen Eingriffen zu stellen, und somit erstmalig eine wissenschaftlich valide Aussage zu Nutzen und Effektivität einer Operation treffen zu können.

Beim Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte, symmetrische Fettverteilungsstörung, die hauptsächlich die Beine betrifft. Von dieser Erkrankung sind fast ausschließlich Frauen betroffen – wobei meistens in Phasen der hormonellen Veränderung, wie beispielsweise der Pubertät, der Schwangerschaft oder der Menopause erste Symptome auftreten. „Schätzungsweise circa 10 % der weiblichen Gesamtbevölkerung leidet unter dem Krankheitsbild Lipödem“, erklärt Dr. med. Mojtaba Ghods, Chefarzt der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Mikrochirurgie am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann und der Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig gGmbH. Er ergänzt zudem: „Charakteristisch sind hierbei Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Hämatomneigung in den Beinen.“ Trotz mehrjähriger Forschung ist die Ursache des Lipödems bisher unbekannt. Die konservative Therapie – bestehend aus Lymphdrainage, Kompression und Bewegungstherapie – zielt auf eine Minderung der Beschwerden ab und muss in der Regel lebenslang angewandt werden. Bei der Liposuktion handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem das krankheitsbedingt vermehrte Fettgewebe entfernt wird. Um einen langfristigen Erfolg erzielen zu können, müssen die Betroffenen meist mehrmals operiert werden.

Insgesamt 450 Frauen nehmen deutschlandweit an 14 Klinikzentren teil

Nachdem der G-BA im Juli 2017 keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für einen Nutzen der operativen Therapie festgestellt hat, wurde die Überprüfung dieser Behandlungsmethode in Auftrag gegeben. Das Studienkonzept wurde vom Zentrum für Klinische Studien (ZKS) der Universität zu Köln gemeinsam mit der Hautklinik des Klinikums Darmstadt erarbeitet. Zu den teilnehmenden Studienzentren zählen operativ tätige Dermatologen sowie Plastische Chirurgen.

Über einen längeren Zeitraum werden die teilnehmenden Patientinnen in verschiedenen Phasen behandelt und auf Therapieerfolge und Komplikationen der Behandlungsmethoden nachuntersucht. Die Möglichkeit zur Anmeldung der Teilnahme wurde bereits im letzten Quartal 2019 freigeschaltet, woraufhin sich wesentlich mehr Interessentinnen registrierten als Studienplätze zu Verfügung stehen. Die Vorauswahl, welche Interessentinnen von den Studienzentren kontaktiert und zur Vorstellung eingeladen werden, musste daher per Losverfahren erfolgen. Bewerben konnten sich alle volljährigen Frauen, bei denen ein Lipödem Stadium I, II oder III diagnostiziert wurde. Die Diagnose wird dann nochmals von den Fachärzten der teilnehmenden Zentren vor Aufnahme in die Studie überprüft. Insgesamt werden für die Studie 450 Teilnehmerinnen ausgewählt, die dann in den insgesamt 14 Studienzentren behandelt werden.

Gegenüberstellung der konservativen und operativen Therapiemöglichkeit

Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, welcher Nutzen eine operative Behandlung beim Lipödem – die Liposuktion – im Gegensatz zur bekannten konservativen Behandlung hat. Da es hierzu aktuell noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Studien gibt, werden die Erfolge beider Therapieansätze in der LIPLEG-Studie miteinander verglichen. Hierzu werden die Teilnehmerinnen per Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Ein Teil der Teilnehmerinnen erhält eine operative Behandlung des Lipödems an den Beinen. Die Kontrollgruppe wird wiederum ausschließlich unter Einsatz der komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE) behandelt; womit manuelle Lymphdrainage, Kompression und Bewegungstherapie gemeint sind. Zwölf Monate nach Abschluss der Therapie werden aus den resultierenden Daten die ersten Ergebnisse erhoben. Den Teilnehmerinnen aus der Kontrollgruppe wird nach Abschluss der ersten Phase ebenfalls eine Liposuktion, also ein operativer Eingriff, angeboten. Die Voraussetzung dafür ist allerdings die medizinische Vertretbarkeit des Eingriffes. Letztlich werden alle Teilnehmerinnen der Studie für weitere 24 Monate beobachtet, um auch eine Aussage zum Langzeiteffekt und möglichen Spätfolgen der Liposuktion, treffen zu können.

Plastische Chirurgie der Klinikgruppe ist Teil der ersten weltweiten Lipödem-Studie

Die Leitung und Organisation der deutschlandweiten Studie übernimmt das Zentrum für Klinische Studien (ZKS) der Universität zu Köln gemeinsam mit der Hautklinik des Klinikums Darmstadt. Die Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie der Klinikgruppe Ernst von Bergmann ist als eine von 14 ausführenden Kliniken in die Erprobungsstudie integriert. Das 15-köpfige Fachärzte-Team wird von Chefarzt Dr. med. Mojtaba Ghods geführt. Dr. Ghods und sein Team beschäftigen sich seit über zehn Jahren mit dem Krankheitsbild Lipödem und haben bereits viele Patientinnen erfolgreich behandelt. Dr. Ghods gilt als international renommierter Experte für die Behandlung des Lipödems. Neben der Leitung zahlreicher klinischer Studien zu diesem Thema, koordiniert er die gesonderte Arbeitsgemeinschaft des Berufsverbandes der Plastischen Chirurgen (DGPRÄC) und nimmt an der Neubearbeitung der Leitlinie “Lipödem” teil.

Im Jahr 2008 baute Dr. med. Mojtaba Ghods die Klinik für Plastische Chirurgie im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann auf. Das Leistungsspektrum der Abteilung umfasst die vier Säulen der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie: die Rekonstruktive und Mikrochirurgie, die Handchirurgie, die Ästhetische Chirurgie sowie die Verbrennungschirurgie. Angewandt werden dabei sämtliche Operationstechniken, von der Verbesserung des ästhetischen Körperbildes über aufwendige mikrochirurgische Defektdeckung zum Beispiel nach Krebsoperationen bis hin zur Replantation abgetrennter Gliedmaßen.

Dr. med. Mojtaba Ghods, gebürtiger Perser, arbeitete nach seinem Studium der Humanmedizin an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg in der Schweiz und in Oldenburg sowie in Köln und legte 2001 seine Promotion zum Dr. med. ab. Nach seiner Tätigkeit als Oberarzt im Katharinen-Hospital Unna und in der BG-Klinik in Halle (Saale) war er zunächst als Leitender Oberarzt in der Abteilung Plastische und Ästhetische Chirurgie/Rekonstruktives Brustzentrum im Martin-Luther Krankenhaus in Berlin tätig.

2008 begründete Dr. Ghods als Chefarzt den Aufbau der Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie in Potsdam. Er erweiterte zudem die Etablierung des Departments an den Standorten der Klinikgruppe in Bad Belzig und Forst (Lausitz). Dr. Ghods trägt die Facharztbezeichnung „Chirurgie“ und „Plastische und Ästhetische Chirurgie“ sowie die Zusatzbezeichnung „Handchirurgie“. Seine wissenschaftliche Tätigkeit ist in einer Vielzahl von Vorträgen und Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Kongressen und Fachzeitschriften dokumentiert. Unter anderem ist Dr. Ghods Mitglied in der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), INTERPLAST Germany und dem Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC).

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