Frankfurt/Oder – Starker Anstieg an tödlichen Unfällen

Foto: Symbolbild

Im Jahr 2020 ereigneten sich 21.468 Verkehrsunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr
sind es 2.573 Unfälle weniger.
Diese 21.468 Verkehrsunfälle gliedern sich auf in 19.062 Unfälle mit
Sachschäden, was einen Rückgang um 11,3 Prozent bedeutet und 2.406 Unfälle
mit Personenschäden mit einem Rückgang von 5,8 Prozent zum Vorjahr. Dabei
wurden 3.006 Personen verletzt, 715 Personen sogar schwer verletzt. Auch bei
den verletzten Personen ist ein Rückgang um 10 Prozent festzustellen.
Allerdings starben infolge von Verkehrsunfällen 48 Menschen (2019: 39). Die
durch Verkehrsunfälle getöteten Personen waren fünf Fußgänger, drei
Fahrradfahrer, zehn Motorradfahrer, 26 PKW- und vier LKW-Fahrer.
Der Leiter der Polizeidirektion Hans-Jürgen Willuda stellt fest: „ Auch wenn die
Unfallzahlen im Jahr 2020 erfreulicherweise gesunken sind, so sind die
Unfallfolgen mit 48 tödlich verunglückten Personen alarmierend. Dessen sind sich
die Beamten der Polizeidirektion Ost bewusst und werden mit verschiedenen
Präventions- und Kontrollmaßnahmen sowie der Mitarbeit in der
Verkehrsunfallkommission alles tun, um die Sicherheit auf den Straßen zu
erhöhen.“
Betrachtet man die Unfallursachen näher, so stellt man fest, dass die Unfälle
aufgrund zu hoher Geschwindigkeit um 6,8 Prozent gestiegen sind.
Bei Verkehrsunfällen, die wegen zu schnellen Fahrens passierten, registriert die
Polizei 2020: 1.187 Unfälle (2019: 1.111). 599 Personen wurden verletzt (2019:
547) und 229 sogar schwer verletzt. 24 Verkehrsunfallopfer verstarben, weil der
Unfallverursacher zu schnell unterwegs war.

Ein Unfallbeispiel für überhöhte Geschwindigkeit:
Am 8. August 2020, gegen 13 Uhr, kam es zu einem folgenschweren
Verkehrsunfall auf der B168 zwischen dem Abzweig Berkenbrück und Steinhöfel.
Ein 23-Jähriger geriet in einem PKW Seat in den Gegenverkehr und kollidierte mit
einem PKW Mercedes. Trotz des schnellen Einsatzes der Rettungskräfte kam für
diesen Fahrer jede Hilfe zu spät, und er verstarb noch an der Unfallstelle. Der 37-
Fahrer des entgegenkommenden Mercedes wurde leicht verletzt in ein
Krankenhaus gefahren. Die B168 musste für mehr als vier Stunden voll gesperrt
werden. Als Sachschaden wurden 30.000 Euro veranschlagt.
1.353 Verkehrsunfälle sind auf die Unfallursache Vorfahrt/Vorrang
zurückzuführen. Das sind 95 Unfälle mit dieser Ursache weniger als 2019.
Hauptsächlich kam es hier zu Sachschäden, nämlich bei 909 Unfällen. Bei 444
Personenschadenssunfällen wurden 573 Menschen verletzt.
Wegen ungenügenden Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug nahmen die
Polizeibeamten der Polizeidirektion Ost im Jahr 2020: 2.051 Unfälle auf, auch
Auffahrunfälle genannt. Das sind 561 Unfälle weniger, als im Jahr davor, was
einen Rückgang von 21,5 Prozent bedeutet. Dabei wurden 581 Personen verletzt,
das sind 135 weniger als im Vorjahr. Acht Personen trugen tödliche Verletzungen
davon. Innerhalb geschlossener Ortschaften sind die sogenannten Auffahrunfälle
mit 1.361 vertreten und außerhalb geschlossener Ortschaften mit 690 Unfällen.
255 Unfälle durch Auffahren entfallen auf Autobahnen, z.B. durch Auffahren auf
Stauenden. Dabei wurden 115 Menschen verletzt und fünf verstarben an den
Unfallfolgen.
Auf gleichem Niveau blieben die Unfälle, die wegen Alkoholkonsum des
Unfallverursachers aufgenommen werden mussten. 2020 waren es 345 und 2019:
349 Unfälle. Genau wie im Vorjahr blieben die Zahlen für Verletzte (176) und
tödlich Verunglückte (3) im Jahr 2020 unverändert.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle, die auf Drogenkonsum des Verursachers
zurückzuführen sind, nahm zu. 2019 registrierte die Polizei 49 dieser Unfälle,
2020: 58.
376 Fahrzeuge kamen im Jahr 2020 von der Straße ab und die Fahrt endete an
einem Baum. Das sind 32 weniger dieser Unfälle als im Jahr zuvor und bedeutet
einen Rückgang von 7,8 Prozent. 228 Personen wurden verletzt und 11 getötet.

Wie in jedem Jahr sind Wildunfälle mit fast einem Viertel (23,5 Prozent) an allen
Unfällen beteiligt. Aber auch hier ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im
Jahr 2020 wurden 5.054 Wildunfälle (2019: 5.202) aufgenommen. Die meisten
dieser Unfälle hatten Sachschäden (4.985) zur Folge.
109 weniger Unfälle gehen auf das Konto der jungen Erwachsenen als Fahrer
während des letzten Jahres. 1.763 Unfälle nahm die Polizei mit Beteiligung von
jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 bis 24 Jahren auf. 1.521 dieser Unfälle
hatten Sachschäden zur Folge. 242 dieser Unfälle gingen mit Personenschäden
einher. 166 Personen zwischen 18 und 24 Jahren wurden verletzt als Fahrer. Das
sind 16 weniger als im Jahr 2019.
Von den 1.763 Unfällen junger Fahrer werden 213 als sogenannte Diskounfälle
gezählt. Sie ereigneten sich freitags ab 20:00 Uhr bis samstags bis 8:00 Uhr
sowie in der Nacht vom Samstag 20:00 Uhr bis Sonntag 8:00 Uhr.
Dabei wurden 42 Personen verletzt und wie auch im Jahr 2019 kam dabei
niemand ums Leben.
Bei den Verkehrsunfällen der Senioren ab 65 Jahren stellt sich das
Unfallgeschehen anders dar. Die Gesellschaft und damit auch die Menschen, die
noch ein Fahrzeug führen, werden immer älter. Auch der Anteil der älteren
Personen innerhalb der Gesellschaft steigt jährlich.
So haben auch die Unfälle mit Beteiligung der über 65- Jährigen einen hohen
Anteil am Gesamtunfallgeschehen.
Von den eingangs erwähnten 21.468 Verkehrsunfällen im Jahr 2020 sind die über
65- Jährige mit 5.086 Unfällen präsent. Das sind 23.6 Prozent aller Unfälle. Die
meisten dieser Unfälle gingen mit Sachschäden einher 4.383 an der Zahl.
Doch bei 72 Prozent dieser Unfälle waren Fahrer über 65 Jahre die Verursacher.
Bei den Unfällen mit Personenschäden wurden 899 Menschen verletzt und 18
verloren ihr Leben. Das sind 8 tödlich verunglückte Personen mehr als 2019.
Motorradfahren ist gefährlich. Das belegen die Unfallzahlen, die gering ausfallen,
gemessen am Gesamtunfallgeschehen. Doch die Folgen sind verheerend.
425 Motorradunfälle nahm die Polizei im Jahr 2020 auf. Es sind 11 Unfälle mehr
als 2019. Bei mehr als der Hälfte der Motorradunfälle waren die Motorradfahrer
auch die Verursacher. 317 Menschen wurden bei diesen Unfällen verletzt, jedoch
ließen 10 Motorradfahrer ihr Leben (2019: 8) auf den Straßen der Polizeidirektion
Ost.

Beispiel:
Am 25.10.2020, gegen 11:50 Uhr, wurde der Polizei ein schwerer Verkehrsunfall
gemeldet. Auf der L220 waren demnach zwischen Eichhorst und Joachimsthal ein
Motorrad und ein Auto frontal zusammengeprallt.
Ein 32 Jahre alter Mann war mit seiner Honda CBR auf der Seerandstraße in
Richtung Joachimsthal zusammen mit weiteren Motorradfahrern unterwegs.
Als der Mann einen vorausfahrenden PKW überholte, geriet er in den
Gegenverkehr, wo der Fahrer eines entgegenkommenden PKW Mazda nicht
mehr ausweichen konnte. Motorrad und Auto kollidierten frontal miteinander. Für
den Kradfahrer kam jede Hilfe zu spät. Er erlag trotz Reanimationsversuchen
noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Die beiden 57 und 55 Jahre
alten Insassen des Mazdas wurden bei dem Geschehen leicht verletzt. Für die
Unfallaufnahme musste die L220 für 90 Minuten voll gesperrt werden.
Das Territorium der Polizeiinspektion Barnim verfügt über bei Motorradfahrern
sehr beliebte Strecken. Die Kurven entlang des Westufers des Werbellinsees oder
die bergige wie auch kurvenreiche Strecke zwischen Eberswalde und Oderberg
werden ab April eines jeden Jahres bevorzugt von Motorradfahrern genutzt.
Deshalb finden auf den Strecken seit mehreren Jahren Kontrollen der Polizei und
der DEKRA verbunden mit Beratungsgesprächen für die Motorradfahrer statt.
Dabei kontrollieren die Polizeibeamten, ob technische Veränderungen an ihren
Zweirädern Eintragungen in die Zulassungen gefunden haben. Sie werden über
manche technische Veränderung informiert, die optisch das Motorrad aufwerten,
aber unter Umständen nicht zu dessen Sicherheit beitragen.
Eine leichte Erhöhung der Unfallzahlen im Jahr 2020 zeichnete sich bei den
Unfällen unter Beteiligung von Fahrradfahrern ab. 1.016 Unfälle nahm die Polizei
im Zusammenhang mit Fahrradfahrer/Pedelecfahrern auf. Das sind 72 Unfälle
mehr als im Vorjahr. Da Fahrradfahrer wenig Schutz bei Unfällen haben, ist die
Zahl der Personenschadensunfälle mit 780 weit aus höher, als bei den Unfällen,
die nur mit Sachschäden ( 236) einhergehen.
Im Jahr 2019 verstarben 7 Radfahrer an den Folgen ihrer Unfallverletzungen. Ein
Jahr später waren es drei weniger. Allerdings wurden Radfahrer häufiger verletzt
(2019: 714 / 2020: 826).
Mit fast der Hälfte dieser Unfälle (479) waren Fahrradfahrer/Pedelecfahrer auch
die Verursacher.

4.149 Fahrzeugführer begingen im Jahr 2020 eine Unfallflucht. Das sind 678
weniger als im Jahr davor.
Vor dem Hintergrund, dass bei diesen Unfällen 270 Personen verletzt wurden und
zwei ihr Leben verloren, ist eine Unfallflucht für die meisten Verkehrsteilnehmer
nicht nachvollziehbar.
2.894 Verkehrsunfälle registrierte die Polizeidirektion Ost auf ihrem Territorium mit
Beteiligung des Güterkraftverkehrs, der alle Fahrzeuge ab 2,8 Tonnen erfasst.
Kleintransporter, Kleinlastkraftwagen , LKW bis hin zu Sattelzugmaschinen zählen
zum Güterkraftverkehr.
Der Anteil der Sachschadensunfälle liegt mit 2.658 weit aus höher als die Unfälle
mit Personenschäden (236). Bei diesen Unfällen wurden 306 Personen verletzt.
Das sind 61 weiniger als im Jahr 2019 und bedeutet einen Rückgang der
Verletzten um 16,6 Prozent.
Die Anzahl der Verkehrstoten ist von 9 im Jahr 2019 auf 13 gestiegen, wobei der
LKW- Fahrer bei vier Unfällen mit getöteten Personen der Verursacher war.
Die Unfälle von Güterkraftfahrzeugen auf Autobahnen waren im Jahr 2020
auch rückläufig um 19 Prozent. 349 Unfälle dieser Art ereigneten sich auf den
Autobahnen der PD Ost (2019: 431).
Bei 242 Unfällen setzten die Fahrer der Güterkraftfahrzeuge die Ursache für den
jeweiligen Unfall.
Die Polizei kontrollierte im Jahr 2020: 4.686 LKW und stellte 6.567 Verstöße fest.
Diese bezogen sich z.B. auf ungenügende Ladungssicherung, technische Mängel
und auf Mängel bei den mitgeführten Dokumenten.
Vier Großkontrollen mit Einsatz einer Drohne führte die Polizei von Juni bis
September 2020 auf der BAB12 zum Einhalten der Abstände zwischen LKW
durch.

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